Was ist ein Not-Aus-Schalter? Definition, Funktion & Auswahlhilfe
Der Not-Aus-Schalter ist eine essenzielle Komponente der Notsteuerung und wird eingesetzt, um die Funktionen einer Maschine im Bedarfsfall unverzüglich zu unterbrechen. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die Funktion und Verwendung von Not-Aus-Schaltern und worauf Sie bei der Auswahl achten müssen.
Inhaltsverzeichnis
- Definition: Was ist ein Not-Aus-Schalter?
- Wie funktioniert ein Not-Aus-Schalter?
- Arten und Bauformen von Not-Aus-Schaltern
- Not-Aus vs. Not-Halt: Der entscheidende Unterschied
- IDEC Not-Aus-Schalter: Technologie für maximale Sicherheit
- Not-Aus-Schalter richtig anschließen
- Normen und Vorschriften: Ihr Leitfaden zur Rechtssicherheit
- Praktische Auswahlhilfe: So finden Sie den richtigen Not-Aus-Schalter
- Sicherheit auf Knopfdruck mit einem Not-Aus-Schalter
- Häufige Fragen zu Not-Aus-Schaltern
Kurz und knackig: Alles über Not-Aus-Schalter
Ein Not-Aus-Schalter ist eine Sicherheitseinrichtung, die im Notfall die Stromzufuhr einer Maschine oder Anlage sofort unterbricht. Der charakteristische rote Pilztaster mit gelbem Hintergrund muss nach EN 60204-1 an jeder gefährlichen Maschine installiert sein und rettet im Ernstfall Leben. Diese sicherheitsrelevanten Komponenten sind integraler Bestandteil moderner Maschinensicherheit und in der industriellen Fertigung unverzichtbar.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Gesetzlich vorgeschrieben bei Maschinen mit Gefährdungspotenzial nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
- Unterbricht sofort die komplette Stromzufuhr (Not-Aus) oder stoppt kontrolliert (Not-Halt)
- Muss nach Betätigung manuell zurückgesetzt werden (Drehen, Ziehen oder Schlüssel)
- Einbaudurchmesser: typisch 16mm oder 22mm nach Industriestandard
- Zwangsöffnende Öffnerkontakte für maximale Sicherheit
Über 150 Not-Aus-Schalter ab Lager verfügbar: Zum Sortiment
Definition: Was ist ein Not-Aus-Schalter?
Not-Aus-Schalter (englisch: Emergency Stop Switch, E-Stop) sind sicherheitstechnische Schaltgeräte, die in Gefahrensituationen eine sofortige Unterbrechung der Energiezufuhr bewirken. Sie gehören zur Kategorie der Notbefehlsgeräte und sind durch ihre auffällige rot-gelbe Farbgebung international standardisiert.
Die Installationspflicht richtet sich nach der Komplexität und dem Gefährdungspotenzial der Maschine: Mit zunehmender technischer Vernetzung und Funktionalität steigt die Bedeutung und Notwendigkeit eines Not-Aus-Schalters.
Die normative Grundlage bildet die EN 60204-1 für Not-Aus-Funktionen sowie die EN ISO 13850 für Not-Halt-Funktionen. Diese Normen definieren präzise die technischen Anforderungen, Ausführungsformen und Prüfkriterien.
Der wesentliche Unterschied: Not-Aus trennt unmittelbar die elektrische Energiezufuhr (Stoppkategorie 0), während Not-Halt einen gesteuerten Stillstand einleitet, bevor die Energie abgeschaltet wird (Stoppkategorie 1).
In der Praxis werden Not-Aus-Schalter als elektromechanische Bauteile mit zwangsöffnenden Kontakten ausgeführt. Diese Zwangsöffnung garantiert, dass selbst bei verschweißten Hauptkontakten der Sicherheitskreis unterbrochen wird – ein entscheidendes Merkmal für die funktionale Sicherheit.
Wie funktioniert ein Not-Aus-Schalter?
Die Funktionsweise eines Not-Aus-Schalters basiert auf dem Prinzip der positiven Trennung des Stromkreises. Bei Betätigung des Pilztasters werden mechanisch gekoppelte Öffnerkontakte (NC – Normally Closed) zwangsläufig geöffnet. Diese Zwangsöffnung erfolgt durch eine direkte mechanische Verbindung zwischen Betätiger und Kontaktsystem, unabhängig von Federn oder anderen elastischen Elementen.
Der Ablauf im Detail:
1. Betätigung und Kontaktöffnung
Durch Druck auf den Pilzkopf wird der Schaltmechanismus ausgelöst. Die Betätigungskraft liegt typischerweise zwischen 20 und 60 Newton, um einerseits eine sichere Auslösung zu gewährleisten, andererseits Fehlauslösungen zu vermeiden. Die Kontakte öffnen mit einer definierten Mindestöffnungsweite von 3mm, um Lichtbogenbildung zu verhindern.
2. Verriegelung und Signalisierung
Nach der Betätigung rastet der Taster mechanisch ein und bleibt in der gedrückten Position verriegelt. Diese Verriegelung verhindert ein unbeabsichtigtes Wiedereinschalten und signalisiert optisch den ausgelösten Zustand. Bei beleuchteten Varianten erlischt zusätzlich die LED-Statusanzeige.
3. Rückstellung und Wiederinbetriebnahme
Die Rückstellung erfolgt bewusst manuell durch:
- Drehbewegung (meist 45° im Uhrzeigersinn)
- Zugbewegung (Herausziehen des Tasters)
- Schlüsselentriegelung (für erhöhte Sicherheit)
Diese manuelle Rückstellung stellt sicher, dass die Gefahr beseitigt wurde und ein bewusster Neustart erfolgt.
Arten und Bauformen von Not-Aus-Schaltern
Die Vielfalt der Not-Aus-Schalter ergibt sich aus den unterschiedlichen Anwendungsanforderungen in der industriellen Praxis. Die Kategorisierung erfolgt nach mehreren Kriterien:
Nach Betätigungsform:
- Pilztaster (Standard): Ergonomische Form, auch mit Handschuhen bedienbar
- Reißleinenschalter: Für langgestreckte Gefahrenbereiche (Förderbänder)
- Trittschalter: Freihändige Betätigung in Sonderfällen
- Schlagtaster: Großflächige Betätigung mit Handfläche oder Ellbogen
Nach Einbaudurchmesser:
- 16mm: Kompaktgeräte, Handsteuerungen, beengte Platzverhältnisse
- 22mm: Industriestandard, universell einsetzbar
- 30mm: Schwermaschinenbau, erhöhte mechanische Belastung
Nach Kontaktkonfiguration:
- 1Ö (1 Öffner): Einfache Abschaltung, Kleingeräte
- 2Ö: Standardausführung für einkanalige Sicherheit
- 1S2Ö: Mit Meldekontakt für Statusrückmeldung
- 4Ö: Mehrkanalige Abschaltung, Performance Level e
Not-Aus vs. Not-Halt: Der entscheidende Unterschied
Die Begriffe Not-Aus und Not-Halt werden häufig synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Sicherheitsfunktionen mit spezifischen Anwendungsbereichen:
Not-Aus nach EN 60204-1
Ein Not-Aus bewirkt die sofortige Unterbrechung der elektrischen Energiezufuhr (Stoppkategorie 0). Alle Antriebe laufen unkontrolliert aus, pneumatische und hydraulische Ventile fallen in ihre Grundstellung. Diese Funktion ist geeignet für:
- Einfache Maschinen ohne Prozessabhängigkeiten
- Anlagen, bei denen sofortiger Stillstand keine Gefährdung darstellt
- Elektrische Gefährdungen (Stromschlag, Brand)
Not-Halt nach EN ISO 13850
Ein Not-Halt leitet einen gesteuerten Stillstand ein (Stoppkategorie 1), bei dem die Maschine kontrolliert in einen sicheren Zustand überführt wird, bevor die Energie abgeschaltet wird. Dies ist erforderlich bei:
- Komplexen Fertigungsanlagen mit Prozessabhängigkeiten
- Robotern und Handhabungsgeräten (kontrolliertes Abbremsen)
- Chemischen Prozessen (geordnetes Herunterfahren)
Entscheidungshilfe: Wann welche Funktion?
Not-Aus verwenden bei:
- Stromschlaggefahr
- Brandrisiko
- Einfachen mechanischen Gefährdungen
- Maschinen ohne Prozessabhängigkeiten
- Wenn sofortiger Stopp sicher ist
Not-Halt verwenden bei:
- Bewegten Massen (Schwungräder, Roboter)
- Werkstückbearbeitung im Prozess
- Chemischen oder thermischen Prozessen
- Mehrachsigen Bewegungssystemen
- Wenn unkontrollierter Stopp gefährlich wäre
Praxistipp: Moderne Not-Aus-Schalter wie die IDEC XW-Serie können beide Funktionen realisieren. Die Entscheidung Not-Aus oder Not-Halt wird in der Sicherheitssteuerung programmiert, nicht im Schalter selbst. Jetzt entdecken!
| Kriterium | Not-Aus | Not-Halt |
| Norm | EN 60204-1 | EN ISO 13850 |
| Stoppkategorie | Kategorie 0 | Kategorie 1 (oder 2) |
| Funktionsweise | Sofortige Unterbrechung der Energiezufuhr | Kontrollierter Stopp, dann Energieabschaltung |
| Abschaltverhalten | Unkontrolliertes Auslaufen aller Antriebe | Geregeltes Abbremsen und Stillsetzen |
| Reaktionszeit | < 100ms (sofort) | Variabel (prozessabhängig, typ. 1-10s) |
| Energieversorgung | Wird sofort unterbrochen | Bleibt während Stoppvorgang erhalten |
| Pneumatik/Hydraulik | Ventile fallen in Grundstellung | Kontrollierte Druckabsenkung möglich |
| Typische Anwendung | Einfache Maschinen
Elektrische Gefährdung Brandgefahr |
Komplexe Anlagen
Roboter Prozessmaschinen |
| Geeignet für | Sägen, Bohrmaschinen
Schleifmaschinen Einfache Förderanlagen |
CNC-Maschinen
Verpackungsanlagen Chemische Prozesse |
| Vorteile | Schnellste Reaktion
Einfache Verdrahtung Kostengünstig |
Materialschonung
Werkstückerhalt Definierter Endzustand |
| Nachteile | Mögliche Werkstückschäden
Unkontrollierte Endposition Mechanische Belastung |
Längere Stoppzeit
Komplexere Steuerung Höhere Kosten |
| Sicherheitslevel | PL c bis PL e möglich | PL d bis PL e üblich |
| Rückstellung | Manuell (Drehen/Ziehen/Schlüssel) | Manuell (Drehen/Ziehen/Schlüssel) |
| Kontaktart | Zwangsöffnende Öffner (NC) | Zwangsöffnende Öffner (NC) |
| Farbgebung | Rot (RAL 3000) / Gelb (RAL 1003) | Rot (RAL 3000) / Gelb (RAL 1003) |
| Verdrahtung | Direkt in Hauptstromkreis | Über Sicherheitssteuerung |
| Kosten Installation | € | €€€ |
| Wartungsaufwand | Gering | Mittel bis hoch |
| Wiederanlauf | Nach Rückstellung und Quittierung | Nach Rückstellung, Quittierung und Prozessprüfung |
IDEC Not-Aus-Schalter: Technologie für maximale Sicherheit
IDEC ist seit über 75 Jahren Innovationsführer im Bereich der industriellen Sicherheitstechnik. Die Not-Aus-Schalter des japanischen Herstellers setzen weltweite Maßstäbe durch patentierte Technologien und kompromisslose Qualität.
Safe Break Action – Die revolutionäre Sicherheitstechnologie
Das Herzstück der IDEC-Innovation ist die Safe Break Action (SBA) Technologie. Im Gegensatz zu konventionellen Not-Aus-Schaltern, bei denen Federkräfte die Kontakte in geschlossener Position halten, nutzt SBA einen inversen Mechanismus:
Die Federkraft wirkt permanent in Öffnungsrichtung der Kontakte. Nur durch die mechanische Verriegelung bleiben die Kontakte geschlossen. Bei jeder Art von mechanischer Beschädigung – sei es durch Vibration, Stoß oder Materialermüdung – öffnen sich die Kontakte automatisch. Dies garantiert höchste Ausfallsicherheit:
- Selbst bei gebrochenem Gehäuse öffnet der Kontakt
- Lose Kontaktblöcke führen zur sicheren Abschaltung
- Mechanische Überlastung resultiert in Fail-Safe-Verhalten
Die Produktserien von IDEC im Detail
- XA-Serie (Ø16mm): Kompakte Bauform für beengte Einbauverhältnisse. Einbautiefe nur 28,5mm hinter der Frontplatte. Ideal für Handsteuergeräte und kleine Maschinen. Bis zu 2 Öffnerkontakte integrierbar.
- XW-Serie (Ø22mm): Der Industriestandard mit Safe Break Action. Einbautiefe 48mm, bis zu 4 sichere Öffnerkontakte für Performance Level e. Neue glatte Tastenoberfläche für Hygieneanwendungen verfügbar.
- X6-Serie: Speziell für Hygienebereiche entwickelt. Vollständig glatte Oberfläche ohne Hinterschneidungen, IP69K-Schutz für Hochdruckreinigung. Antibakterielle Beschichtung optional.
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Zertifizierungen und Normenkonformität:
- EN ISO 13850:2015 (Not-Halt)
- IEC 60947-5-1 (Niederspannungsschaltgeräte)
- UL 508 / CSA C22.2 (Nordamerika)
- GB 14048.5 (China)
- Performance Level e nach EN ISO 13849-1
Not-Aus-Schalter richtig anschließen
Die fachgerechte Installation eines Not-Aus-Schalters ist entscheidend für die Funktionssicherheit und muss durch qualifiziertes Elektrofachpersonal erfolgen. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:
Positionierung und Ergonomie
Not-Aus-Schalter müssen an gut sichtbaren und leicht zugänglichen Stellen montiert werden. Die Montagehöhe sollte zwischen 600mm und 1.700mm über der Standfläche liegen. Bei mehreren Bedienplätzen ist an jeder Position ein Not-Aus-Schalter vorzusehen. Der Aktionsradius darf maximal 10 Meter betragen.
Integration in den Sicherheitskreis
Der Not-Aus-Schalter wird mit seinen Öffnerkontakten in Reihe in den Sicherheitskreis geschaltet. Bei einkanaliger Ausführung genügt ein Öffnerkontakt, für erhöhte Sicherheit (Performance Level d/e) sind redundante Kreise mit jeweils eigenen Kontakten erforderlich. Die Verdrahtung erfolgt typischerweise mit:
- Gelben Sicherheitsleitungen (0,75-1,5mm²)
- Geschirmten Leitungen bei EMV-Belastung
- Federzugklemmen für vibrationssichere Verbindung
Montagearten
Schalttafelmontage: Integration in Bedienfelder und Schaltschränke. Der Einbau erfolgt durch eine Bohrung (Ø16/22/30mm), Befestigung mit Gegenmutter. Schutzart frontseitig IP65.
Aufbaumontage: Separate Gehäuse für nachträgliche Installation oder mobile Bediengeräte. Gelbes Gehäuse nach ISO 13850, Schutzart komplett IP65/IP67.
Schaltzeichen und Dokumentation
In Schaltplänen wird der Not-Aus-Schalter durch spezifische Symbole dargestellt:
- Öffnerkontakt mit Pilztaster-Symbol
- Kennzeichnung als EMO (Emergency Off) oder ESB
- Farbcodierung: Rot für Betätiger, Gelb für Umfeld
Normen und Vorschriften: Ihr Leitfaden zur Rechtssicherheit
Die normative Landschaft für Not-Aus-Schalter ist komplex, aber eindeutig strukturiert. Die Einhaltung dieser Normen ist nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch Grundlage für den sicheren Maschinenbetrieb:
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
Die europäische Maschinenrichtlinie fordert in Anhang I, Abschnitt 1.2.4.3 Not-Halt-Einrichtungen für alle Maschinen, außer wenn:
- Das Risiko durch Not-Halt nicht gemindert würde
- Handgehaltene oder handgeführte Maschinen
- Automatisch arbeitende Maschinen im Automatikbetrieb
DIN EN ISO 13850:2015 (Not-Halt-Funktion)
Diese Norm spezifiziert:
- Funktionale Anforderungen an Not-Halt-Einrichtungen
- Gestaltungsgrundsätze für Betätigungselemente
- Kategorien 0, 1 und 2 für Stoppfunktionen
- Anforderungen an Rückstellfunktionen
EN 60204-1 (Elektrische Ausrüstung von Maschinen)
Diese definiert spezifisch Not-Aus-Funktionen:
- Stoppkategorie 0: Unverzögertes Abschalten
- Stoppkategorie 1: Gesteuerter Stopp, dann Abschalten
- Farbvorgaben: Rot RAL 3000, Gelb RAL 1003
EN ISO 13849-1 (Performance Level)
Die EN ISO 138949-1 bestimmt die erforderliche Sicherheitsintegrität:
- PL c: Einkanalig mit Überwachung
- PL d: Zweikanalig mit Querschlusserkennung
- PL e: Zweikanalig mit umfassender Diagnose
Wichtig für Ihre Risikobeurteilung: Die Auswahl des erforderlichen Performance Levels erfolgt nach EN ISO 13849-1 basierend auf Schadensausmaß, Aufenthaltshäufigkeit und Vermeidbarkeit.
Praktische Auswahlhilfe: So finden Sie den richtigen Not-Aus-Schalter
Die Auswahl des passenden Not-Aus-Schalters erfolgt systematisch nach Ihren spezifischen Anforderungen:
Schritt 1: Anwendungsbereich definieren
Für Maschinenbau & Automation:
- 22mm Einbaudurchmesser (Industriestandard)
- Mind. 2 Öffnerkontakte für PL d
- IP65 Schutzart gegen Kühlschmierstoffe
- Safe Break Action für erhöhte Sicherheit
Für Schaltschrankbau:
- 16mm für kompakte Bedienfelder
- Beleuchtete Ausführung für Statusanzeige
- Schlüsselrückstellung bei kritischen Anlagen
- Unsere Empfehlung: IDEC XA1E-Serie
Für Lebensmittel & Pharma:
- Glatte Oberfläche ohne Schmutzfallen
- IP69K für Hochdruckreinigung
- Edelstahl oder antibakterielle Beschichtung
Schritt 2: Technische Parameter festlegen
- Kontaktanzahl: 1-4 Öffner je nach Sicherheitslevel
- Schaltleistung: AC-15: 240V/3A, DC-13: 24V/1A
- Mechanische Lebensdauer: > 100.000 Betätigungen
- Umgebungstemperatur: -25°C bis +70°C
Schritt 3: Zusatzfunktionen wählen
- LED-Beleuchtung für Statusanzeige
- Schutzkappe gegen unbeabsichtigte Betätigung
- Beschriftungsschild für Mehrsprachigkeit
- Hilfskontakte für Meldung an SPS
Sicherheit auf Knopfdruck mit einem Not-Aus-Schalter
Not-Aus-Schalter und Not-Halt-Schalter sind zentrale Elemente der Maschinensicherheit, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Funktion. Die korrekte Auswahl und normgerechte Installation dieser Sicherheitseinrichtung ist entscheidend, um im Ernstfall Personen, Maschinen und Anlagen wirksam zu schützen.
Ob eine Maschine mit Not-Aus, Not-Halt oder beiden Einrichtungen ausgestattet werden muss, ergibt sich aus der individuellen Risikobeurteilung nach EN ISO 12100. Moderne Lösungen von IDEC bieten dabei höchste Zuverlässigkeit und erfüllen die aktuellen internationalen Sicherheitsstandards.
Häufige Fragen zu Not-Aus-Schaltern
Was ist der Unterschied zwischen Not-Aus und Not-Halt?
Not-Aus-Schalter nach EN 60204-1 unterbrechen sofort die komplette Stromzufuhr (Stoppkategorie 0). Die Maschine läuft unkontrolliert aus. Not-Halt-Schalter nach EN ISO 13850 initiieren einen kontrollierten Stopp (Stoppkategorie 1), bei dem die Maschine geordnet zum Stillstand kommt, bevor die Energie abgeschaltet wird. Moderne Schalter wie die IDEC-Serie können beide Funktionen realisieren – die Unterscheidung erfolgt in der Ansteuerung.
Sind Not-Aus-Schalter gesetzlich vorgeschrieben?
Ja, die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV §8 Abs. 6) schreiben Not-Halt-Einrichtungen für alle kraftbetriebenen Maschinen mit Gefährdungspotenzial vor. Ausnahmen gelten nur für handgeführte Geräte oder wenn die Not-Halt-Funktion das Risiko nicht mindern würde. Die konkrete Ausführung richtet sich nach der Risikobeurteilung gemäß EN ISO 12100.
Was kostet ein Not-Aus-Schalter?
Einfache Not-Aus-Schalter beginnen bei 19,90€ für Basismodelle mit einem Öffnerkontakt. Professionelle Industrieschalter mit Safe-Break-Action-Technologie und mehreren Kontakten kosten zwischen 35-75€. Spezialausführungen mit Beleuchtung oder Schlüsselentriegelung liegen bei 45-95€. Bei größeren Stückzahlen bieten wir attraktive Mengenrabatte.
Wo muss ein Not-Aus-Schalter angebracht werden?
Not-Aus-Schalter müssen gut sichtbar und leicht zugänglich an jeder Bedienstation montiert werden. Die empfohlene Montagehöhe liegt zwischen 600mm und 1.700mm über der Standfläche, optimal sind 1.100-1.400mm. Der Aktionsradius darf maximal 10 Meter betragen. Bei größeren Maschinen sind mehrere Not-Aus-Schalter erforderlich. Der Abstand vom Boden sollte mindestens 200-300mm betragen, um versehentliche Betätigung zu vermeiden.
Wie oft müssen Not-Aus-Schalter ausgetauscht werden?
Not-Aus-Schalter sollten alle 5 Jahre oder nach 100.000 Betätigungen ausgetauscht werden. Bei extremen Betriebsbedingungen (Vibration, Feuchtigkeit, häufige Nutzung) kann ein Austausch bereits nach 2-3 Jahren erforderlich sein. Die mechanische Lebensdauer beträgt typischerweise 100.000-500.000 Schaltzyklen. Die genauen Wartungsintervalle müssen in der Gefährdungsbeurteilung nach TRBS 1201 festgelegt werden.
Wie schließe ich einen Not-Aus-Schalter richtig an?
Not-Aus-Schalter werden mit ihren zwangsöffnenden Öffnerkontakten (NC) in Reihe in den Sicherheitskreis geschaltet. Die Installation muss durch Elektrofachpersonal erfolgen. Verwenden Sie gelbe Sicherheitsleitungen (0,75-1,5mm²) und achten Sie auf korrekte Verdrahtung gemäß Schaltplan. Bei zweikanaliger Ausführung (Performance Level d/e) sind redundante Kreise erforderlich.
Welchen Einbaudurchmesser brauche ich?
Die Standarddurchmesser sind: 16mm für kompakte Geräte und Handsteuerungen, 22mm als Industriestandard für die meisten Maschinen, und 30mm für Schwermaschinenbau mit erhöhter mechanischer Belastung. Der 22mm-Durchmesser deckt etwa 80% aller Anwendungen ab. Prüfen Sie die vorhandene Bohrung oder konsultieren Sie die Maschinendokumentation.
Kann ich Not-Aus-Schalter nachrüsten?
Ja, Not-Aus-Schalter können nachgerüstet werden. Für die Nachrüstung eignen sich besonders Aufbaugehäuse mit gelbem Gehäuse nach ISO 13850. Diese können ohne Bohrungen an der Maschine montiert werden. Die Nachrüstung muss die Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllen und in der Risikobeurteilung dokumentiert werden
Was bedeutet Safe Break Action?
Safe Break Action ist eine patentierte Sicherheitstechnologie von IDEC. Anders als bei herkömmlichen Schaltern wirkt die Federkraft permanent in Öffnungsrichtung. Bei jeder mechanischen Beschädigung öffnen sich die Kontakte automatisch (Fail-Safe). Dies garantiert höchste Ausfallsicherheit auch bei gebrochenem Gehäuse oder losen Kontaktblöcken.
Wie prüfe ich die Funktion eines Not-Aus-Schalters?
Die Funktionsprüfung sollte regelmäßig erfolgen: Tägliche Sichtprüfung auf Beschädigungen, wöchentlicher Funktionstest durch Betätigung (bei laufender Maschine im sicheren Zustand), jährliche elektrische Prüfung der Kontakte und Leitungen. Art, Umfang und Fristen der Prüfungen müssen in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden.