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Wärmemanagement in der Elektronik: Volle Leistung ohne Überhitzung

Leistungsdichte und Kompaktheit bestimmen moderne Elektronikdesigns. Doch wo viel Leistung auf engstem Raum entsteht, wird effektives Wärmemanagement zur kritischen Größe. Mit den richtigen Produkten zur Wärmeableitung gelingt dagegen eine Steigerung der Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Projekten und Designs. Wie Sie die richtigen Produkte für Ihr Design finden, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Autor: Redaktion Elektronik Kompetenz | | Lesezeit: ca. 7 Minuten

Die Herausforderung: Wärme effizient beherrschen

In der schnelllebigen Welt der Elektronikentwicklung ist Zeit ein knapper Faktor. Überhitzung führt zu Drosselung der Leistung oder im schlimmsten Fall zu einem Systemausfall. Wärme muss somit effizient von der Quelle (z.B. Prozessor oder Leistungshalbleiter) zum Kühlkörper oder Gehäuse transportiert werden. Dabei müssen isolierende Lufteinschlüsse eliminiert und thermische Widerstände minimiert werden.

Entwickler stehen oft vor komplexen Fragen:

  • Wie lassen sich auch große Spaltmaße zuverlässig und elektrisch isolierend überbrücken?
  • Wann ist der Einsatz von thermisch phasenveränderlichem Material sinnvoller anstatt von herkömmlichen Wärmeleitpasten?
  • Wie können präzise Simulationsmodelle helfen, thermische Probleme schon im Designprozess zu lösen?

Entdecken Sie unser Wärmemanagement-Portfolio!

Kurz erklärt: Was bedeutet Wärmemanagement in der Elektronik?

Schematische Schnittdarstellung eines elektronischen Gehäuses: Ein heißes Bauteil auf einer Leiterplatte leitet Wärme über ein thermisches Material an eine Kühlbaugruppe ab. Ein farbiger Pfeil zeigt den Wärmefluss nach oben.
(c) Würth Elektronik

Wärmemanagement umfasst alle Methoden, die von elektronischen Bauteilen erzeugte überschüssige Wärme kontrolliert abführen. Das Ziel ist es, einen definierten Pfad für die Wärmeenergie zu schaffen und so die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Geräten zu sichern.

Ein robustes Wärmemanagement ist der Schlüssel, um Leistungseinbußen zu vermeiden und Elektroschrott durch vorzeitige Defekte aktiv zu reduzieren. Hierfür gibt es zwei Hauptstrategien:

Gap Filling (Spaltfüllung)

3D-Darstellung eines Elektronikgehäuses mit Leiterplatte: Ein integrierter Schaltkreis gibt Wärme über ein wärmeleitendes Gap-Filler-Material an das Gehäuse ab, das als Kühlfläche dient.
(c) Würth Elektronik

Hierbei werden isolierende Luftschichten zwischen dem heißen Bauteil und dem Kühlelement eliminiert. Wärmeleitmaterialien schließen diese Lücken, die von mikroskopisch klein bis zu mehreren Millimetern reichen, und stellen einen direkten thermischen Kontakt her.

Heat Spreading (Wärmeverteilung)

3D-Schnittdarstellung eines Elektronikgehäuses: Ein wärmeleitendes Heat-Spreader-Material verteilt die Wärme eines elektronischen Bauteils gleichmäßig über die Gehäusefläche zur effizienten Kühlung.
(c) Würth Elektronik

Anstatt die Hitze nur punktuell abzuführen, wird sie über eine größere Fläche in der horizontalen Ebene verteilt. Dies ermöglicht es, Kühlkörper effizienter zu nutzen, die größer sind als die Wärmequelle selbst, und verhindert eine lokale Überhitzung (Hotspots).

Thermal Interface Material auswählen für Wärmemanagement

Die Effizienz des Wärmemanagements steht und fällt mit der Wahl des passenden Thermal Interface Materials (TIM). Es geht nicht nur darum, eine Verbindung herzustellen, sondern die spezifischen Anforderungen der Applikation präzise zu adressieren. Das richtige TIM optimiert den Wärmeübergang, verhindert kritische Hitzestaus und ist damit der Garant für die Zuverlässigkeit Ihres Systems.

Diagramm zur Einordnung thermischer Materialien: Auf der x-Achse ist die thermische Impedanz dargestellt, auf der y-Achse die Verarbeitbarkeit von „einfach“ bis „komplex“. Balken zeigen die Position verschiedener WE-Produkte wie WE-PCM, WE-TGS, WE-TTT, WE-TGF und WE-TINS.
(c) Würth Elektronik

Für die Auswahl des richtigen Wärmeleitmaterials können Sie sich an folgenden Kriterien orientieren:

  • Große Spalte & Isolation: Nutzen Sie Silikonelastomer-Pads, wenn Sie größere Toleranzen ausgleichen und gleichzeitig elektrisch isolieren müssen.
  • Maximale Leitfähigkeit: Greifen Sie zu Phasenwechselmaterialien (PCM), wenn hohe Wärmeleitfähigkeit und langfristige Stabilität gefordert sind.
  • Montage & Halt: Wärmeleitfähige Klebebänder sind ideal, um Bauteile mit moderatem Wärmebedarf mechanisch zu fixieren und thermisch anzubinden.
  • Flexibilität & Verteilung: Wärmeverteiler aus synthetischem Graphit spielen ihre Stärken aus, wenn hohe Leitfähigkeit mit Flexibilität kombiniert werden muss.

Indem Sie das Material exakt auf den Einsatzzweck abstimmen, heben Sie nicht nur die thermische Performance, sondern verlängern aktiv die Lebensdauer Ihrer Geräte.

Passgenaue Lösungen für jede Applikation von Würth Elektronik

Das Portfolio von Würth Elektronik deckt verschiedene Anwendungsbereiche ab, um Ihre Komponenten kühl zu halten.

Gap Filling in der Elektronik mit Wärmeleitpads

Für den Ausgleich von Fertigungstoleranzen und Luftspalten zwischen Bauteil und Kühlkörper eignen sich Wärmeleitfähige Füllstoffpolster (Gap Filler Pads) der Serie WE-TGF.

  • Flexibilität: Sie sind in Stärken von 0,5 bis 18 mm erhältlich.
  • Leistung: Die Wärmeleitfähigkeit reicht je nach Ausführung von 1 bis 6 W/mK.
  • Isolation: Gleichzeitig bieten sie eine hohe elektrische Isolation und sind durch Silikonöl selbsthaftend, was die Montage erleichtert.

Für Anwendungen mit unebenen Kontaktflächen bietet das graphitummantelte Schaumstoffprofil der WE-TGFG Produktserie eine sehr gute Alternative. Die Produkte kombinieren die Leitfähigkeit von Graphit mit der Kompressibilität von Schaumstoff, wodurch sie sich besonders für unebene Kontaktflächen eignen.

Zu den Gap Filler Pads von WE

Phasenwechselmaterial statt Wärmeleitpaste

Eine innovative Alternative zu klassischen Pasten ist das thermisch phasenveränderliche Material (WE-PCM).

  • Funktionsweise: Es ist bei Raumtemperatur fest und verflüssigt sich erst bei Betriebstemperatur. Dies sorgt für eine perfekte Benetzung der Oberflächen.
  • Vorteil: Im Gegensatz zu Pasten gibt es keinen „Pump-Out-Effekt“. Das Material bleibt dauerhaft dort, wo es sein soll.
  • Handling: Es ist sauberer und einfacher zu verarbeiten.

Wärme verteilen und Hotspots vermeiden

Wenn punktuelle Hitze schnell auf eine größere Fläche verteilt werden muss, sind Wärmeverteiler aus synthetischem Graphit (WE-TGS) die Lösung. Ihre Wärmeleitfähigkeit in der Ebene übertrifft die von Kupfer oder Aluminium deutlich. Sie sind leicht, flexibel und ideal für platzkritische Anwendungen wie mobile Geräte, um Hotspots effektiv zu eliminieren.

Montage und Isolation

Für die mechanische Befestigung von Kühlkörpern ohne Schrauben oder Klammern bietet sich das Thermotransferband (WE-TTT) an. Es fixiert Bauteile sicher und leitet gleichzeitig Wärme ab. Muss hingegen eine hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit bei hohen Anpressdrücken gewährleistet sein, sind wärmeleitfähige Isolierfolien (WE-TINS) die richtige Wahl. Sie widerstehen Drücken bis zu 68 N/cm².

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Wärmemanagement mit Bürklin sicher umsetzen

Wärmemanagement entscheidet heute oft darüber, ob ein Design unter realen Lastprofilen stabil läuft oder frühzeitig drosselt beziehungsweise ausfällt. Wenn Sie Spaltmaße zuverlässig überbrücken und gleichzeitig elektrisch isolieren möchten, sind Gap Filler Pads wie die WE-TGF Serie von Würth Elektronik eine praxisnahe, montagefreundliche Lösung.

Für weiterführende Anforderungen wie Phasenwechselmaterial, Wärmeverteiler aus synthetischem Graphit oder Thermotransferbänder lohnt sich der Blick auf das gesamte WE-Portfolio.

Bei Bürklin finden Sie passende Wärmemanagement Produkte für Ihre Applikation, mit klaren technischen Daten zur schnellen Vorauswahl und der Möglichkeit, Komponenten gezielt für Ihr Projekt zusammenzustellen.

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Häufig gestellte Fragen zu Wärmemanagement

Was ist Wärmemanagement in der Elektronik?

Wärmemanagement in der Elektronik umfasst alle Maßnahmen, die Verlustwärme aus Bauteilen gezielt abführen oder verteilen, damit Bauteile innerhalb zulässiger Temperaturen arbeiten und Ausfälle durch Überhitzung vermieden werden.

Warum ist Wärmemanagement bei hoher Leistungsdichte so wichtig?

Mit steigender Leistungsdichte entsteht mehr Wärme auf kleiner Fläche. Ohne geeignete Wärmeableitung können Hotspots entstehen, die zu Leistungsdrosselung, Drift von Parametern oder vorzeitigem Ausfall führen.

Was ist ein Thermal Interface Material und wofür wird es genutzt?

Ein Thermal Interface Material, kurz TIM, verbessert den Wärmekontakt zwischen Wärmequelle und Kühlkörper oder Gehäuse, indem es Lufteinschlüsse reduziert und den thermischen Widerstand senkt.

Wann sind Gap Filler Pads sinnvoll?

Gap Filler Pads sind sinnvoll, wenn Spaltmaße und Toleranzen ausgeglichen werden müssen und gleichzeitig eine elektrisch isolierende, montagefreundliche Lösung benötigt wird, etwa zwischen Bauteil und Kühlkörper.

Wärmeleitpaste oder Phasenwechselmaterial, wann ist was besser?

Eine Wärmeleitpaste eignet sich häufig für klassische Montageprozesse, kann aber über die Zeit durch Pump Out Effekte an Performance verlieren. Phasenwechselmaterial wie WE-PCM benetzt bei Betriebstemperatur die Oberflächen sehr gut und bleibt in der Regel formstabiler im Interface.

Was bedeutet Heat Spreading und wann hilft es?

Heat Spreading bedeutet Wärmeverteilung in der Ebene, um punktuelle Hotspots zu entschärfen. Das ist besonders hilfreich, wenn die Wärmequelle kleiner ist als der nutzbare Kühlbereich oder wenn sehr flache, platzkritische Designs umgesetzt werden.

Autor: Redaktion Elektronik Kompetenz, Die Redaktion des Online-Magazins Blickpunkt Elektronik Kompetenz ist immer am Puls der Geschehnisse in der Welt der Elektronik. Sie verfolgt detailliert alle Entwicklungen und wirft regelmäßig einen Blick auf die neuesten Produkte, innovative Lösungsansätze, Trends sowie Tipps und Tricks für den Umgang mit elektronischen Bauteilen.